Geschichten aus dem Reich der Immen

Unser fahrbarer Untersatz

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Kapitel 51: Imkermobil mit Tücken
Kapitel 52: Weihnachtsmarkt mit Hindernissen
Kapitel 53: Mein lieber Schieber
Kapitel 54: Warum ist es am Rhein so schön
 


 
 
 
 
 

Kapitel 55: Horrortripp nach Hause ...

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Kapitel 54: Warum ist es am Rhein so schön

August 2017, ein größerer Einkauf von Gerätschaften ist nötig, dieses Mal verschlägt es uns an den Rhein.

Mit dem Bus, ganz klar! Natürlich möchte ich aus der Fahrt wieder einen unserer inzwischen liebgewonnenen Wochenendtripps machen und plane deshalb zwei schöne Tage in Mainz und Umgebung.

Gut ausgerüstet mit zwei Ersatz-Autobatterien zwecks Starthilfe, fahren wir an einem heißen Sommertag los. Ein Ersatzkanister mit Diesel ist in meinen Augen nicht notwendig, wir fahren ja nicht ins Outback, wo es keine Tankstellen gibt.

Erstes Etappenziel ist Mainz - über Parkmöglichkeiten hatte ich mich bereits im Vorfeld im Internet informiert, denn so ein Sprinter kann aufgrund seiner Höhe nicht in jedem Parkhaus abgestellt werden. Wir achten bei der Wahl der Parklücke penibel darauf, dass man im Notfall gut an die Motorhaube rankommt.

Nach einem ausgiebigen Stadtbummel freuen wir uns am frühen Abend darüber, dass das Schätzchen gut anspringt und fahren noch einmal ca. 20 km weiter, wo uns ein netter Landgasthof für diese Nacht beherbergt.

Der Bus wird in kluger Voraussicht auf abschüssigem Gelände abgestellt, damit er im Falle von Startschwierigkeiten mittels "Rollen lassen" zum Laufen gebracht werden kann.

Und tatsächlich, nach einem ausgiebigen und romantischen Frühstück zu zweit sind wir froh, vorausschauend geparkt zu haben. Der abschüssige Grund war tatsächlich nötig, um den Motor zum Laufen zu bringen.

Na das fängt ja gut an!

Also los. Fahren, fahren, fahren, damit die Batterie geladen wird. Auf nach Koblenz.

In Koblenz angekommen, noch auf der Suche nach einer geeigneten Parkmöglichkeit, geht der Motor ganz plötzlich und ohne Vorwarnung an der Ampel einfach aus.

Mein Imker bewahrt die Ruhe, steigt aus, verbindet die Ersatzbatterie mit dem Motor - Schätzchen läuft wieder. Kabel entfernen, Batterie einpacken, hupende Autofahrer ignorieren, Parkplatz suchen. Uff. Geschafft.

Jetzt erst einmal den Tag genießen, mit dem Schiff auf Rhein und Mosel fahren, die Seele baumeln lassen.

Am Nachmittag wollen wir aufbrechen, also auf zum Parkplatz.

Und: Wie sollte es anders sein - erneut mussten wir die Ersatzbatterie bemühen.

Wir machen uns auf den Weg, parken für den imkerlichen Einkaufsvorgang wieder auf abschüssigem Gelände, bringen den Motor nach dem Einladen erneut durch Anrollen zum Laufen und treten mit klopfenden Herzen die Heimreise an.

Bloß nicht mehr stehen, immer in Bewegung bleiben - hoffentlich geht er nicht wieder einfach so aus.

Fürth, 26.07.20
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Kapitel 53: Mein lieber Schieber

Sommer 2017: Wir befinden uns noch immer im Besitz des Sprinters, haben noch keinen adäquaten und bezahlbaren Ersatz gefunden.

Aber: die Aussetzer mehren sich. Leider!

Ab und zu schieben wir ihn an - unfreiwillig, versteht sich! Er ist Gott sei Dank einer der kleineren Spezies, das Leergewicht hält sich noch einigermaßen in Grenzen, so dass man ihn auf ebener Strecke durchaus auch einmal anschieben kann.

Mein Imker steigt dann zunächst mit aus, wir stemmen uns beide gegen die Rückwand und wenn die Kiste erst einmal gut rollt, springt ER schnell ins Führerhaus, ICH schiebe noch ein wenig weiter, bis dann die Kupplung kommt und der Motor wieder läuft. Äußerst schweißtreibend!

Sehr ärgerlich war jedoch die Situation, als wir wieder einmal beide kräftig am Schieben waren und uns genau in diesem Moment ein Bekannter auf seinem Motorroller überholte. Und anstatt entweder einfach unerkannt vorüberzufahren oder gar abzusteigen und zu helfen, mussten wir uns auch noch blöde Sprüche anhören.

Ein anderes mal haben wir für unseren Sohn Möbel geholt. Das Kücken wurde flügge und zog von zuhause aus.

Der Bus voll beladen, der Anhänger hinten dran - auch voll beladen. Wir stehen an der roten Ampel einer Ausfallstraße und mein Mann hat den Motor beim Anfahren leider versehentlich abgewürgt.

Man ahnt es schon - der Kasten springt nicht wieder an.

Glücklicherweise ist Sohnemann mit dabei, sind ja seine Möbel, wir sind immerhin zu dritt. Also aussteigen - Hänger abkuppeln - Sprinter über die Kreuzung schieben (leider geht es ganz leicht bergauf, keuch) - Hänger über die Kreuzung schieben.

Wer jetzt glaubt, es wäre auch nur ein einziger Autofahrer stehen geblieben, der geholfen hätte, der fehlt. Erst als wir den Hänger bereits so gut wie sicher auf die andere Straßenseite bugsiert hatten, erbarmte sich Jemand. Aber zu diesem Zeitpunkt war das Gröbste bereits überstanden.

Solche Erfahrungen sind leider ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Fürth, 15.07.20
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Kapitel 52: Weihnachtsmarkt mit Hindernissen

 

Am Weihnachsmarkt 2016 wurde die Situation noch einmal richtig nervig.

Dieser Markt geht über das komplette Wochenende. Am Freitag ist aufbauen angesagt. Mit dem Bus - im PKW würden wir unsere Utensilien nebst zu verkaufendem Honig nicht unterbringen.

Am Samstag "reisen" wir quasi mit leichtem Gepäck und nehmen den PKW, um zum Markt zu gelangen. Wir haben nur Proviant für den Tag und die Kasse dabei, die Ware konnten wir über Nacht am Marktstand lassen.

Es ist einfacher, das kleinere Fahrzeug den Tag über zu parken. Außerdem muss vom Dicken ja die Batterie geschont werden.

Sonntag ist jedoch wieder der Bus gefragt, denn am Ende des Tages muss abgebaut und wieder alles verstaut werden. Mit zwei Autos zu fahren, damit wir in Sachen eventuell zu leistender Starthilfe autark sind, ist nicht ratsam, denn dann müssen zwei Fahrzeuge geparkt werden. (Normalerweise sind wir gerne autark, verlassen uns ungern auf die Hilfe Anderer, da sind wir uns absolut einig, mein Imker und ich.)

Der letzte Markttag geht also ins Land, die Stunden verrinnen, und unsere Gedanken schweifen langsam zur Organisation des Abbaus.

Am Nachmittag hat es begonnen zu schneien, es ist naßkalt und immer mehr kommen wir zu dem Schluss, dass der Sprinter wohl nicht anspringen wird.

Er muss einmal zum Laufen gebracht und in den Pfarrhof gefahren werden, und nach dem Beladen möchte er dann bitte erneut anspringen, damit wir nach Hause kommen.

In der Enge des Pfarrhofes, mit den ganzen Ausstellern, ist es nicht so einfach, das Auto zu beladen. Ewiges Ranchieren, bis Jeder seine Utensilien verstauen konnte und am Ende tun wir immer gut daran, unter den Letzten zu sein, die den Hof verlassen. Wir haben immer jede Menge Gerätschaften einzupacken, das dauert. Es ist dann Niemand mehr da, der uns Starthilfe geben kann - Jeder möchte nach einem langen Wochenende nur noch nach Hause.

Wir beschließen also, Freunde um Hilfe zu bitten. Der Mann der Töpferin von gegenüber (wir haben uns vor vielen Jahren auf einem Markt kennen- und schätzengelernt und treffen uns einmal jährlich - am Weihnachtsmarkt) hat mich dann netterweise kurz mit seinem Wagen nach Hause gebracht, damit ich den PKW zusätzlich holen kann und wir unabhängig sind.

Ich erinnere mich noch gut an diese gemeinsame Rutschpartie - es hatte ja den ganzen Nachmittag über kontinuierlich geschneit und was im Pfarrhof lediglich als Schneeregen ankam, hat die Welt außerhalb des Hofes in eine herrliche Winterlandschaft verwandelt.

Weihnachtsmarktfeeling, wie man es sich wünscht.

Fürth, 21.06.20
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Kapitel 51: Imkermobil mit Tücken

Sommer 2016: Der Bus ist krank!

Er lässt den Imker des Öfteren stehen, springt nicht mehr an.

Wir haben ihm deshalb eine neue Lichtmaschine spendiert, die jedoch leider keine dauerhafte Abhilfe schaffen konnte.


Ein ums andere Mal wurde ich mit dem PKW ins "offene Gelände" beordert, um Starthilfe zu leisten. Umso umständlicher, wenn der Bus wieder einmal mit der "Schnauze" an einem Bienenwagen oder einer Hecke steht, weil diese Position dem vorherigen Ladevorgang dienlich war, und ich den PKW deshalb nicht auf anhieb Motorhaube an Motorhaube für die Starthilfe in Position bringen kann.

In so einem Fall muss Freund Sprinter zunächst noch mittels Abschleppseil in eine passable Position gezogen werden, bevor quasi der Defibrilator zum Einsatz kommen kann.

Über kurz oder lang werden wir uns wohl vom geliebten Bus trennen und für Ersatz sorgen müssen. Die Bienensaison muss jedoch vorher noch zu Ende gebracht werden, auch der Weihnachtsmarkt muss noch über die Bühne, solange sollte er noch durchhalten.

Fürth, 31.05.20
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