Geschichten aus dem Reich der Immen

Marktbeschicker

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Kapitel 61: Honigverkauf auf dem Markt
Kapitel 62: Vorbesprechung
Kapitel 63: Unsere Hütte auf dem Weinachtsmarkt
 
 


 
 
 
 
 

 

 

Kapitel 63: Unsere Hütte auf dem Weinachtsmarkt

Als der Ausrichter eines kleinen aber feinen und gut eingeführten Adventsmarktes vor etlichen Jahren an uns herantrat, ob wir den Markt als örtlicher Imker bereichern wollten, war meine Haltung zunächst äußerst ablehnend.

  • Adventsmarkt
  • Ende November / Anfang Dezember
  • im Freien

Für mich der Horror schlechthin.

Ich gehöre zu der eher verfrorenen Spezies Frau. Und wenn ich friere oder hungrig bin, ist mit mir nicht zu Spaßen. Mein Imker weiß das.

Nichts desto trotz lockte ihn dieses Angebot ungemein und als ich hörte, dass wir eine kleine Holzhütte, die zum Markt bereits fix und fertig aufgebaut und mit Strom und Licht bestückt auf uns wartet, zur Verfügung gestellt bekommen, ließ ich mich breitschlagen.

  • Hintergedanke: In so einer Hütte ist Platz für einen Heizlüfter!    Damit kann ich leben.

  • Keinen Pavillion aufbauen, keine Biertische mitschleppen.   Klingt gut!

  • Hütte mit Ware, Deko und Glühweinkocher bestücken und es kann losgehen. Verlockend!

Inzwischen sind wir dort seit etlichen Jahren vertreten, treffen jedes Jahr eine erkleckliche Anzahl an Stammkunden und haben gelernt, uns in "unserer" Hütte häuslich einzurichten.

Den Verkaufstisch hat mein Imker mittels Holzplatten so modifiziert, dass er unseren Ansprüchen genügt. Boden und Wände legen wir jedes Jahr mit dicken Styroporplatten aus, um den Heizlüfter effizienter zu machen und für heimelige Beleuchtung und Verkleidung der kahlen Hüttenwände haben wir eigens Lichterketten und Dekostoffe angeschafft.

Also nichts von wegen: Weniger Schlepperei.

Pavillion und Biertische wurden durch die eben genannten Accesoires nebst Akkuschrauberset ersetzt.

Fürth, 15.04.21
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Kapitel 62: Vorbesprechung

Manche Veranstalter organisieren jedes Jahr eine Vorbesprechung mit allen Ausstellern/Verkäufern, um die notwenidgen Modalitäten zu besprechen und die Plätze zu vergeben.

  • Wer möchte auf das Außengelände, wer lieber nach Innen?
  • Wer bringt seinen Tisch selbst mit?
  • wer braucht Mobiliar vom Veranstalter?
  • Wer wird neben wem platziert?
  • Sind genügend Stromanschlüsse vorhanden?
  • Sind die Anschlüsse stärkeren Verbrauchern wie Glühweinkochern und Heizlüftern gewachsen?
  • Wer benötigt noch eine zusätzliche Lampe - hat evtl. Jemand eine Lampe übrig?

Solche Vorbesprechungen erinnern mich immer ein wenig an Elternabende in der Schule. Die Begrüßung erfolgt meist unter großem Hallo von allen Seiten, schließlich beschickt man diesen Markt seit Jahren und trifft deshalb zu 90 Prozent auf altbekannte Gesichter.

Für uns hat sich aus solchen Bekanntschaften bereits die eine oder andere Freundschaft entwickelt.

Alles schnattert, alles wuselt, hat man sich doch meist seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie der Vorstand des ausrichtenden Vereins hier die Nerven bewahrt und den Abend fast schon in stoischer Gelassenheit über die Bühne bringt.

Sein ehemaliger Beruf ist ihm dabei sicher hilfreich - er war Lehrer.

Ich könnte immer dann ausflippen, wenn ganz am Ende Jemand aufsteht und genau das fragt, was soeben kurz zuvor lange und breit erklärt wurde. Wie am Elternabend eben!

Fürth, 10.03.21
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Kapitel 61: Honigverkauf auf dem Markt

Eine alte Imkerweisheit besagt:

Wenn der Honig nach einem arbeitsreichen Jahr im Eimer ist, ist für den Imker die Hälfte der Arbeit getan!

Nun geht es an die Vermarktung! Für den Einstieg, um auf sich aufmerksam und sich einen Namen zu machen, sind diverse Regional- und Weihnachtsmärkte sehr gut geeignet. Man erreicht seine Kunden direkt vor Ort und liefert ihnen das zum Produkt gehörige Gesicht.

Für mich ergaben sich hierbei jede Menge neuer Erfahrungen, so einen Markt einmal nicht aus der Perspektive des Besuchers zu erleben, sondern von der anderen Seite, der der Aussteller und Verkäufer.

Schon die umfangreichen Vorarbeiten waren eine Herausforderung:

  • Zunächst braucht es einen Verkaufstisch.

    Das Gewicht, das dieser Tisch in unserem Fall tragen muss, ist nicht zu unterschätzen. Eine stabile Konstruktion muss her. Gleichfarbige Tischdecken waren für mich unverzichtbar, um einen einheitlichen Look zu vermitteln, denn unser Sortiment mit den vielen verschiedenen Honigsorten ist optisch unruhig genug.

  • Außerdem hätte ich gerne einen "schönen" Stand.

    Sprich mit jahreszeitlich angepaßter Deko, am liebsten noch mit Lichtern versehen. So ein Marktstand wirkt bei weitem einladender, wenn er heimelig beleuchtet wird.

  • Ein Pavillion für schlechtes Wetter ist unabdingbar.

    Und wir haben im Laufe der Zeit festgetellt, dass man auch bei schönem Wetter unter einem Pavillion merklich besser zur Geltung kommt, als wenn die Biertische alleine auf weiter Flur stehen.


Inzwischen haben wir stets eine kleine Werkzeugkiste mit Tesafilm, Reisnägeln, Stecknadeln, Draht, Hammer und dergleichen dabei, um Schilder anbringen und Preisschilder befestigen zu können, um den Pavillion an einem windigen Tag im Boden verankern zu können und um in der Lage zu sein, kleinere Reparaturen am Inventar vorzunehmen.

Die Preisschilder meines allerersten Verkaufsstandes hatte damals der Wind mit einer einzigen Boe hinweggefegt, so dass ich in der Folge auf Schilder mit gewissem Eigengewicht, wie z.B. kleine Tontöpfe oder Kastanien ausgewichen bin.


Alle Utensilien, neben den verkaufsfertigen Produkten, müssen vor jedem Markt im ganzen Haus zusammengetragen werden und dies gleicht jedes Mal dem berühmten Auszug aus Ägypten. Dass nach einem hoffentlich erfolgreichen Wochenende oder Tag Alles wieder aufgeräumt und verstaut werden muss, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Fürth, 04.03.21
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