Die Binderschen Bienen im Auftrag der Landwirtschaft

Saison 2009: Für den Gärtnermeister und die Betreiber von "Huckepack Erlebnisernten" ist klar: Es müssen Wirtschaftsvölker auf das eigene Betriebsgelände!

Herbst 2009: Verhandlungen zwischen Familie Niedermann, deren Gärtnermeister und der Imkerei Binder. Wir wollen das in 2010 gemeinsam angehen und uns gegenseitig unterstützen!

  • Es galt, gemeinsam die Standorte der Völker, die Blühzeiten der einzelnen Kulturen, den Einsatz von Pflegemitteln für die Pflanzen zu klären.
  • Die rechtlichen Voraussetzungen mussten durch Untersuchung der Völker auf ihren Gesundheitszustand geschaffen werden. Es bedurfte einer Wandergenehmigung des Amtstierarztes in Fürth, sowie der Genehmigung des Veterinärs der Stadt Erlangen mit anschliessender Meldung der Völker beim Ordnungsamt in Erlangen.
  • Danach galt es, die Bienen für den Transport und ihren neuen Einsatzort bestmöglich zu konditionieren und die geeignete Witterung und Transportzeit abzuwarten.

Ein paar Zahlen in Sachen Bienenhaltung: ...mehr

17. April 2010: Nun ist es soweit, die ersten 10 Völker ziehen in das Erdbeerfolienhaus ein. Schließlich muss jede einzelne Erdbeerblüte mindestens 20 mal von fleißigen Sammlerinnen angeflogen werden, damit es zu einer vollentwickelten, wohlgeformten und aromatischen Erdbeerfrucht kommt!

Sie werden auch gleich freudig begrüßt und neugierig in Augenschein genommen.

Alle helfen mit, der Imker stellt seine Völker auf, Senior Niedermann kümmert sich fürsorglich um Tränken für unsere fleißigen Arbeiterinnen, die Gärtner achten peinlich genau darauf, dass die Folienhäuser abends nicht geschlossen werden, bevor alle Sammlerinnen den heimischen Bienenstock erreicht haben. Schließlich hat es noch knackige Nachtfröste, die den zarten Blüten schaden könnten.

19. April 2010: Weitere Völker folgen in die verschiedenen Johannisbeerkulturen, die bereits zaghaft zu blühen beginnen.

23. April 2010: Und schon geht es weiter. Sowohl erste Johannisbeersorten, als auch einzelne, frühreifende Kirschbäume stehen in voller Blüte. Die Völker müssen aus dem Folienhaus, in leichter zu handhabende Bienenkästen/Beuten umgesiedelt und näher an die nächste Trachtquelle gebracht werden. Ein Abend schweißtreibender Arbeit (ein Bienenstock aus doppelwandigen Holzbeuten hat ein Leergewicht von ca. 30 Kg, in den neuen modernen Magazinbeuten wiegt das gleiche Volk inkl. Wabenmaterial und Bienen derzeit nur um die 20 Kg), denn nur am Abend ist das Volk "komplett", auch die Flugbienen sind alle zuhause.

Die ersten Blüten der Zwetschgenbäume sind bereits offen und die Apfelblüten stehen schon in den Startlöchern.

Mädels, hier gibt es noch viel zu tun!

Schwelgen in Blütenträumen       ... hier ...

25.4.2010: Das war klar! Nachdem die Völker innerhalb ihres Flugradius verstellt wurden, fliegen etliche Sammelbienen wieder zurück an den alten Standort. Dort finden sie natürlich keine Behausung mehr vor und sammeln sich dann irgendwo. Um dies zu verhindern, hätte man sie mindestens 7 Km weit weg stellen müssen. Dies ist jedoch hier in unserem Projekt nicht möglich. Der Imker kehrt sie also in einen kleinen Kasten und nimmt sie mit nach Hause in den eigenen Garten. Sie können sich dann in das dortige Volk einbetteln. Wieder eine Nachtschicht!

27.4.2010: Die Völker müssen kontrolliert werden. Legen die Königinnen Eier? Entwickeln sich die Völker gut? Tragen die Sammlerinnen Nektar ein? Der Imker ist zufrieden, alle sind fleißig. Damit auch weiterhin genügend Platz für Brut, Pollen und Nektar ist, müssen die Kästen erweitert werden. Sie bekommen einen weiteren Aufsatz.

11.5.2010: Die Früchte "unserer" Arbeit:

Und tatsächlich wurde aber auch JEDE Blüte bestäubt!

13.5.2010: Zwischen all den Obstkulturen leuchten derzeit sonnengelbe Löwenzahnblüten, reiche Pollenspender. Pollen brauchen die Bienen ganz dringend zur Aufzucht der Brut. Sie sammeln die winzigen Pollenkörner und "verkleben" sie an ihren Hinterbeinchen. Dort kann man die gelben Bündel in Form der "Pollenhöschen" gut sehn. Sie lagern den Pollen dann in den Waben ein, stampfen ihn fest und überziehen die kleine Vorratskammer mit Nektar und Propolis. So entsteht durch Milchsäuregärung das sog. Perga oder Bienenbrot.

16.5.2010: In den Folienhäusern werden die ersten Erdbeeren bereits rot und nun stehen auch die Freilandkulturen in voller Blüte. Erdbeeren genauso wie Heidelbeeren. Allerdings bewegen wir uns immer noch im einstelligen Temperaturbereich. Irgendwie kommt der Frühling in diesem Jahr nicht so richtig in Gang! Umso mehr sind Pflanzen und Bienen zu bewundern. Die Natur ist einfach unermüdlich.

30.5.10: Die Johannisbeeren sind mit der Blüte "durch". Die Sträucher biegen sich unter der Last der Früchte.

Eigentlich wäre der erste Honig in den Waben reif zum Ausschleudern. Aber das Wetter macht uns schon wieder einen Strich durch die Rechnung. Über Pfingsten hatten wir zwar herrliche Temperaturen mit viel Sonnenschein, aber gleich darauf ist alles wieder zusammengefallen. Seit zwei Wochen fast durchgängig Regen und zum Teil einstellige Temperaturen. Wir hoffen auf das kommende Wochenende, laut Vorhersage stehen 26° C an. Lassen wir uns überraschen.

Und dabei stehen nun die Himbeeren in voller Blüte. Das Land in dem zwar keine Milch, dafür aber umso mehr Honig fließt. Himbeersträucher sind in Imker- und vor allem in Bienenkreisen bekannt für ihren Nektarreichtum.

Und dann zieht der Sommer übers Land. Das Jahr 2010 ist ein seltsames Jahr. Erst läßt der Frühling lange auf sich warten, dann blüht alles auf einmal und die Bienen wissen gar nicht, wo sie zuerst hinfliegen sollen.

Der Juli ist heiß und trocken, der August naß und kalt. Sie brauchen einen Teil ihres Honigs selber zum Überleben. Gut, dass Niedermanns nicht alleine an die Bestäubung ihrer Kulturen denken, Prämisse für das Projekt war ja, sich gegenseitig zu unterstützen.

Deshalb wird auf brachliegenden Flächen stets für sogenannte "Zwischenfrucht" gesorgt. D.h. es werden ausgesuchte Saatmischungen mit speziellen Bienenweidepflanzen ausgesät. Die kontinuierliche Nähr- stoffversorgung unserer Völker, die für kräftige, gesunde Völker von großer Bedeutung ist, ist also gewährleistet.

Zudem sind diese bunten Blumenwiesen stets hübsch anzuschauen.

September 2010: Auch im Kernobstbereich kann sich der Ertrag sehen lassen. Unser gemeinsames Projekt ist für beide Seiten gelungen.

Fazit für 2010: Die Gärtner bestätigen erneut: Je näher die Kulturpflanzen an den Bienenstöcken standen, umso höher ist der Ertrag. Dies kann man in den langen Fluchten der Obstbaumalleen deutlich erkennen. Der Ertrag nimmt proportional zur Entfernung vom Bienenvolk ab.

Vorschau für 2011: Natürlich werden wir weitermachen! Die Bienen überwintern nun an Ort und Stelle und im Frühjahr gilt es, die Völker weiter auf dem Gelände zu verteilen, sodass die Kulturen von allen Seiten gleichmäßig beflogen weren können.

Angekommen in 2013:Theresa Niedermann ist die fränkische Apfelkönigin!

Der Imker und die Apfelkönigin ...